WAYTOYOU- Blog Beitrag 3/ 19.01.25
Journaling -
Was ist das überhaupt
Lesedauer ca. 6 Minuten
Nun habe ich in meinen vorherigen Blogs bereits Journaling erwähnt. Darum möchte ich heute nun tiefer darauf eingehen, was Journaling überhaupt ist, wie unterschiedlich es aussehen kann und wie es dir dabei helfen kann, in deinem Leben und deiner Persönlichkeit zu wachsen.
Beim Journaling schreibst du deine Gedanken regelmäßig nieder. Am effektivsten ist es, aus meiner Erfahrung, wenn du Stift und Papier dazu benutzt. Wenn wir von Hand schreiben, ist der Schreibprozess langsamer und bewusster. Diese Langsamkeit zwingt uns, über das nachzudenken, was wir schreiben, und fördert eine tiefere Auseinandersetzung mit unseren Gedanken und Gefühlen. Handschriftliches Schreiben lässt mehr Raum für spontane Gedanken. Das Schreiben mit Stift und Papier kann das Gehirn in einen Zustand versetzen, der kreative Ideen und Gedanken fördert. Aber natürlich kannst du es auch digital machen.
Es gibt viele Apps für Journaling, wie z.B. Daylio oder MyDiary. Der Vorteil: Hier kannst du einfach am Handy mit Hilfe der App deine Gedanken festhalten. In den Apps gibt es schöne Bilder und Emojis, die das Ganze anschaulich machen. Ich habe eine solche App auf meinem Handy und nutze sie zusätzlich zu meinem handschriftlichen Journal, wenn ich unterwegs etwas notieren möchte. Für mich wäre es jedoch kein Ersatz für das Journaling per Hand.
Journaling ist viel mehr als nur Tagebuchschreiben – es ist eine Methode, mit der du dein Leben besser verstehen kannst und die dir helfen kann, dich weiterzuentwickeln. Aber keine Angst - es ist kein Hexenwerk! Es ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Weg, um mit dir selbst in Kontakt zu treten. Am besten du machst es, wie es sich für dich gut anfühlt und dir Freude macht. Du musst dich an keine Regeln halten. Es gibt keine "richtige" oder "falsche" Art des Journaling – der Fokus liegt darauf, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und seine Gedanken auf Papier zu bringen. Denn oftmals stecken viel mehr Gedanken in uns, als wir erwarten.
Ich zum Beispiel liebe schöne Paperblanks fürs Journaling – ohne Zeilen, dafür mit Punkten. Ich schreibe, male, kritzle oder klebe ein, wenn mir etwas Passendes in die Finger kommt. Bunte Fineliner, Füller, Wasserfarben – ich mag es abwechslungsreich und bunt, aber auch mal schwarz.
Gerne lese ich dann oft Jahre später darin und oft freue ich mich darüber, das sich Dinge die ich mir damals als Ziel gesetzt hatte bereits erfüllt sind.
Hier sind ein paar Ideen für dich, was und wie man ein Journal schreiben kann – selbstverständlich darf das auch gemischt werden:
- Dankbarkeit
Schreib jeden Tag 2-3 Dinge (oder auch gerne mehr) auf, für die du dankbar bist. Das können kleine Dinge sein wie ein schönes Gespräch oder eine warme Tasse Kaffee. Es hilft dir, die positiven Seiten deines Lebens mehr zu sehen. Je länger du das machst, umso leichter wird es dir fallen, Dinge zu finden, für die du dankbar bist. Schreibe es nicht nur auf, sondern gehe auch in das Gefühl der Dankbarkeit, wenn du an die Sache denkst. Z.B. „Ich bin dankbar für meine Tasse Kaffee“ – denke an den Kaffee, an den Moment in dem du vor dieser Tasse sitzt, die kleine Auszeit, die damit verbunden ist, den herrlichen Duft, die belebende Wirkung. Wie kostbar es ist, diesen Kaffee trinken zu können – viele Menschen können das nicht. Wieviel Arbeit steckt darin, von der Ernte der Kaffeebohne bis zum fertigen Kaffee. Verbinde dich damit. Dies ist eine der effektivsten Methoden, um mehr Gefühl von Fülle in dein Leben zu bekommen. - Freies Schreiben
Setz dich hin und schreibe einfach drauflos, ohne groß nachzudenken. Alles, was dir in den Kopf kommt, darf aufs Papier. Lass deinen Gedanken freien Lauf. Das hilft, den Kopf frei zu bekommen. - Gefühls-Tagebuch
Halte fest, wie du dich fühlst und was diese Gefühle auslöst. Bist du gerade traurig? Woher kommt dieses Gefühl? Lehnst du es ab oder ist es okay für dich? So lernst du, deine Emotionen besser zu verstehen und kannst die Dinge besser reflektieren. - Erfolgsjournal
Notiere dir, was du an einem Tag oder in der Woche geschafft hast, egal wie groß oder klein es war. Das stärkt dein Selbstbewusstsein. Auch hier wird es immer leichter, je öfter du das aufschreibst. Dir werden Erfolge bewusst, die vielleicht vorher selbstverständlich für dich waren. Zum Beispiel: „Heute habe ich ein gesundes Essen für mich und meine Familie gekocht“, „Heute habe ich endlich geschafft, in der Arbeit Nein zu sagen, als mir die Kollegin wieder ihre Arbeit abgeben wollte.“ Feiere deine Erfolge, egal wie groß sie sind. - Ziel-Journal
Schreib auf, was du erreichen möchtest, und plane Schritte, wie du dorthin kommst. Wenn du in deinem Buch deine Ziele schwarz auf weiß (oder auch bunt) vor Augen hast, hilft dir das, diese nicht aus den Augen zu verlieren und immer wieder zu schauen, wo du gerade stehst. - Bullet Journaling
ist eine strukturierte Methode, bei der du Listen, Kalender und kreative Elemente kombinierst, um deinen Alltag und deine Ziele zu organisieren. Erfunden hat diese Methode Ryder Carroll. Er sieht für das ursprüngliche System vier Module vor: Index, Future Log, Monatsübersicht und Tagesübersicht. Dieses System wurde aber durch viele weitere Ideen erweitert. Inspiration gibt es im Internet auf Pinterest oder auch hier: Punktkariert.de Bullet Journal System.
Für was ist Journaling also alles gut? – Noch einmal eine kurze Zusammenfassung:
Du kannst damit mehr Klarheit gewinnen, wenn die Gedanken in deinem Kopf wieder Achterbahn fahren. Wenn du diese auf Papier bringst, sind sie oft weit weniger überwältigend.
Journaling entspannt. In der Zeit, in der du dein Journal schreibst, nimmst du dir bewusst Zeit für dich und deine Themen. Du gibst dir selbst Raum und es dient als ein „Ventil“, um Stress abzubauen.
Du steigerst deine emotionale Intelligenz, indem du regelmäßig über deine Gefühle reflektierst und sie dir bewusster werden.
Es fördert deine Kreativität und kann verborgene Gedanken und neue Lösungsansätze hervorbringen. Es hilft dir, achtsamer zu werden und wichtige Erkenntnisse festzuhalten.
Es erinnert dich an deine Ziele und hilft dir dabei, sie nicht aus den Augen zu verlieren und dir deine Fortschritte bewusst zu machen.
Es stärkt dein Selbstbewusstsein, indem du dir über deine Stärken und Erfolge klar wirst und sie festhältst. Du lernst, dich selbst besser zu schätzen. Es kann dir helfen, Klarheit über deine Werte, Wünsche und Ziele zu bekommen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Indem du lernst, deine Gefühle zu formulieren und durch das Aufschreiben zu verarbeiten, wirst du widerstandsfähiger gegenüber Stress und Herausforderungen. Du kannst Vergangenes reflektieren und aufarbeiten und eine Vision für deine Zukunft entwerfen.
Klingt nach echt vielen Vorteilen. Wie komme ich nun in die Umsetzung? Hier zum Schluss ein paar praktische Tipps für erfolgreiches Journaling:
- Schaffe dir Rituale und finde eine feste Tageszeit, z.B. morgens zur Klarheit oder abends zur Reflexion. Rituale fördern die Gewohnheit.
- Sei ehrlich: Schreibe ohne Selbstzensur und nicht mit dem Hintergedanken, dass es jemand lesen könnte. Dein Journal ist ein sicherer Raum, in dem du dich authentisch ausdrücken kannst. Wenn du Angst hast, dass es jemand aus deiner Familie liest, sprich es an und teile mit, dass dies niemand anderes zu lesen hat oder lege es an einen Ort, an dem es nur du findest.
- Beginne langsam. Wenn dir das Schreiben ungewohnt ist, starte mit einem einfachen, kurzen Eintrag. Ein paar Sätze und Notizen, zwei, drei Punkte der Dankbarkeit. Nicht jeden Tag musst du dir lange Zeit dafür einplanen. Selbst kurze Einheiten sind auf Dauer effektiv. Sollte es mal einen Tag nicht klappen, beginne am nächsten wieder damit.
- Mach es bildlich und ergänze dein Journal durch Zeichnungen, Mindmaps oder Skizzen, um Gedanken kreativer darzustellen. Dein Gehirn liebt Bilder und speichert diese viel schneller ab als nur geschriebenen Text.
Und nun… ran an den Stift und los geht’s… 😊
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