WAYTOYOU- Blog Beitrag 10/ 06.04.25
Die eigenen Grenzen entstehen im Kopf -
wir können sie selbst verschieben
Lesezeit ca. 5 Minuten
Im heutigen Blog geht es um Grenzen, die wir uns selbst setzen. Bewusst oder unbewusst - und wie wir damit umgehen können.
Vor ein paar Tagen war ich im Hochseilgarten. Ich stand da, gut gesichert, mitten in den Baumwipfeln – und plötzlich war sie da, diese leise, aber kraftvolle Stimme in meinem Kopf, die sagte „Das schaffst Du nicht. Das ist zu hoch. Du wirst runterfallen.“
Rational wusste ich, dass ich in Sicherheit bin. Ich war durch ein Klettergeschirr gut gesichert, der Parcours war professionell gebaut, und ich war auch körperlich in der Lage, diese Strecke zu bewältigen. Auch hatte ich gesehen, wie leichtfüßig meine 10- jähirge Tochter den Parcours gemeistert hatte.
Doch ich stand da wie eingefrohren. Mein Körper zitterte, ich begann zu schwitzen und mein Herz schlug wie wild. Ein einziger Schritt nach vorne schien plötzlich ein riesiger Sprung zu sein. Warum?
Weil die Grenze nicht im Außen lag – sondern in mir.
Die eigentliche Grenze war in meinem Kopf, mental. In meinen Gedanken die mir einredeten ich würde das niemals schaffen und jede Sekunde abstürzen. In meiner Reaktion auf eine Situation, die mein Nervensystem als „gefährlich“ einstufte, obwohl ich objektiv gesehen vollkommen sicher war.
Wo entstehen unsere inneren Grenzen und warum trügen sie oft
Unsere Grenzen entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis von Erfahrungen, Prägungen, und gelernten Verhaltensmustern. Sie haben uns einmal gedient – als Schutz. Doch heute, in Situationen, in denen wir eigentlich wachsen wollen, halten sie uns zurück.
Viele dieser Grenzen entstehen durch Sätze, die wir uns – bewusst oder unbewusst – immer wieder sagen:
- „Das kann ich nicht.“
- „Dafür bin ich nicht gut genug.“
- „Andere schaffen das, aber ich nicht.“
- „Was, wenn ich scheitere?“
Sicher kennt jeder von uns einen solchen Dialog mit sich selbst. Sie tauchen auf, wenn wir etwas Neues wagen wollen. Wenn wir ungewohntes Terrain betreten. Wenn wir wachsen wollen – aber unser System auf „Achtung, Gefahr!“ schaltet. Wir finden sie in allen Lebensbereichen wieder.
Doch diese Gedanken sind nicht die Wahrheit - auch wenn sie sich verdammt real anfühlen. Sie sind Geschichten, die wir (über) uns selbst erzählen.
Die gute Nachricht - Geschichten kann man neu schreiben.
Was es wirklich braucht, um eine Grenze zu verschieben
Im Hochseilgarten habe ich gelernt, dass ich keinen riesigen Sprung machen, um über mich hinauszuwachsen. Es reicht oft ein kleiner Schritt. Ein Atemzug. Eine Entscheidung.
Ich stand dort oben (ziemlich lange) und habe tief durchgeatmet und mir klar gemacht - ich bin sicher - die Angst ist nur in meinem Kopf - ich kann vertrauen, ich kann das schaffen. Und dann bin ich losgegangen – Schritt für Schritt.
Genau das ist der Weg.
Grenzen verschieben sich nicht auf Knopfdruck. Aber sie verschieben sich – immer dann, wenn wir bereit sind, es trotzdem zu versuchen.
Trotz Angst. Trotz Unsicherheit. Trotz Zweifel.
Auch beim Laufen habe ich das gelernt
Ein weiteres Beispiel aus meinem Leben dazu.
Als ich mit dem Laufen begonnen habe, war ein großes Ziel, 10 Kilometer am Stück zu schaffen.
Bis dahin war ich nie so weit gelaufen und es erschien mir ewig weit. Heute?
Heute trainiere ich für einen Ultramarathon. Ich laufe Strecken von über 40 Kilometern – manchmal an einem ganz normalen Sonntag.
Wie kam es dazu?
Nicht weil ich plötzlich Superkräfte bekommen habe, sondern durch kontinuierliches Dranbleiben. Durch die Entscheidung, meine Grenze jedes Mal ein kleines Stück zu verschieben. Vom 10km- Lauf zum Halbmarathon. Vom Halbmarathon nach einigen Jahren zum Marathon - und nun zum Ultramarathon.
- Ich habe gelernt, meinem Körper zu vertrauen.
- Ich habe mich durch Momente gekämpft, in denen ich dachte, ich müsste aufgeben. (ja da waren viele)
- Und ich habe erfahren, der Kopf gibt oft viel früher auf als der Körper.
Was damals unvorstellbar erschien, ist heute mein Alltag.
Und das zeigt mir immer wieder, dass unsere eigenen Grenzen sind nicht starr sind! Sie sind beweglich.
Deine mentale Grenze ist nicht das Ende – sie ist der Anfang
Manchmal ist genau dieser Moment – der Moment des Zweifelns – der erste Schritt in Deine nächste Entwicklung.
Nicht, weil Du schon alles kannst.
Sondern, weil Du bereit bist, es zu wagen.
Es muss nicht von heute auf morgen passieren. Hab Geduld mit Dir. Wenn du etwas verändern möchtest, fordere Dich immer wieder selbst heraus.
Zum Schluss
ein Zitat von Dr. Joe Dispenza
„Verändere Deine Gedanken – und Du veränderst Deine Realität."
Du musst nicht gleich 10 Meter in die Tiefe springen.
Manchmal reicht ein kleiner Schritt.
Ein bewusster Atemzug.
Ein leiser Gedanke: „Ich probiere es aus.“
Hier noch 5 Impulse, wie Du Deine mentalen Grenzen leichter verschieben kannst
Werde Dir Deiner Grenze bewusst
1. Achte im Alltag darauf, wann Du denkst:
„Das kann ich nicht.“ Welche Situationen oder Gedanken lösen dieses Gefühl aus?
Schreib es auf – ganz ohne Bewertung.
Dann halte inne. Atme. Und hinterfrage Dich selbst:
Vielleicht ist es nicht das Können, das mir fehlt –
sondern der Mut, es zu versuchen?
Vielleicht habe ich Angst zu scheitern, oder davor, nicht perfekt zu sein?
Vielleicht weiß ich einfach noch nicht, wie es geht – und das ist okay.
2. Geh einen kleinen Schritt statt Dich zu überfordern.
Frag Dich, was ist ein kleiner Schritt, den ich heute trotz Angst oder Zweifel gehen kann?
3. Beruhige Dein Nervensystem
Atemübungen, Erdung oder bewusste Bewegung helfen Dir, ruhig und klar zu bleiben – auch in herausfordernden Momenten. So entsteht Sicherheit im Innen – und Raum für Entwicklung.
4. Hinterfrage Deine Gedanken
Nicht jeder Gedanke ist wahr.
Ist das wirklich so? Oder fehlt mir gerade nur Vertrauen oder ein Anfang?
5. Feier Deinen Fortschritt
Jede verschobene Grenze – auch im Kleinen – ist ein Zeichen für Wachstum.
Erkenne es an. Feier Dich dafür.
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