WAYTOYOU- Blog Beitrag 2/ 31.12.24:
Erwartungen - der Ursprung der Enttäuschung?
Lesedauer ca. 4 Min
In meinem heutigen Blogbeitrag geht es um das Thema Erwartungen. Sie prägen unser Leben und unsere Gesellschaft. Wir alle wachsen von klein auf mit Erwartungen auf. Erwartungen die an uns gestellt werden, Erwartungen, die wir an andere stellen und auch Erwartungen, die wir an uns selber stellen. Sie sind in unserer DNA fest verankert.
Betrachten wir das Wort E R W A R T U N G - darin steckt das Wort warten. Niemand wartet gerne. Schon gar nicht auf etwas, was vielleicht niemals kommt.
Jeder Mensch hat völlig unterschiedliche Erwartungen, basierend auf seinen Erfahrungen, Werten und Glaubenssätzen. Sie sind abhängig von der Kultur in der ein Mensch lebt, den sozialen Normen seines Umfeldes, der Erziehung seiner Eltern und natürlich der eigenen Persönlichkeit.
Erwartungen vs. Realität:
Nicht selten ist zwischen dem was wir erwarten und dem was wirklich ist eine Kluft, Wir haben Erwartungen wie unser Weihnachtsabend ablaufen sollte, wie unsere Partnerin/ unser Partner reagieren sollte oder wie die eigene Karriere sich entwickeln sollte. Dies kann zu Enttäuschung und Frustration führen. Die Realität stimmt nicht mit den Erwartungen überein. Streit oder scharfe Selbstkritik können die Folge sein.
Ein Beispiel aus der Praxis dazu. Eine junge Unternehmerin erzählt ihrer Mutter, dass ihre neue Homepage endlich, nach langer Arbeit fertiggestellt ist. Sie ist glücklich und erleichtert, dass die Seite endlich online ist. Die Mutter sagt dazu "das freut mich für Dich". Mehr nicht. Daraufhin ist die Tochter innerlich enttäuscht von der Reaktion der Mutter. Doch warum? Die Aussage "das freut mich" ist eigentlich positiv - dennoch war die Erwartung der Tochter, dass sich die Mutter mehr dafür interessiert, nachfrägt, ob sie den Link haben kann, ein (positives) Feedback zur mühevollen Arbeit abgibt. sich mehr dafür interessiert etc. Sie hätte sagen sollen... Sie sollte nachfragen...
Doch waren es allein die eigenen Erwartungen, die die Enttäuschung verursacht haben, nicht das Verhalten der Mutter.
Wie können wir besser mit Erwartungen umgehen?
Es geht nicht, unsere Erwartungen einfach loszulassen von jetzt auf gleich. Doch wir können mit verschiedenen Schritten lernen, besser damit umzugehen.
Schritt 1: Bewusst machen
Mache dir bewusst, dass es Deine eigenen Erwartungen sind, die zu dieser Enttäuschung geführt haben. Hinterfrage Dich, ob diese Erwartungen überhaupt realistisch sind und ob sie dem anderen Bewusst waren. Oft hilft es, die Situation für sich selbst aufzuschreiben um seine Gedanken geordnet vor sich zu haben und darüber reflektieren zu können.
Schritt 2: Kommunikation & Ziele
Sprich offenen über Deine Erwartungen doch formuliere es bitte nicht als Erwartung. Wie fühlt sich eine Erwartung für Dich an? Als etwas, dass du gerne erfüllst oder etwas das du tun musst? Besser ist es, das was man gerne von seinem Gegenüber hätte als WUNSCH zu äußern. Menschen erfüllen gerne Wünsche anderer.
Handelt es sich um Erwartungen an Dich selbst - setze Sie dir als Ziele. Notiere Dir diese Ziele in ein Journal oder auf ein Visionboard. Mache sie für dich selbst sichtbar. Sei Milde mit Dir.
Schritt 3: Fokussiere Dich auf das Hier und Jetzt - auf das was ist und nicht auf das was sein sollte.
Schritt 4: Loslassen
Akzeptiere, dass du nicht alles kontrollieren kannst und lasse los. Oft verändert sich dann ganz von alleine etwas.
Abschließend kann ich sagen, das Erwartungen nicht generell schlecht sind. Manchmal motivieren Sie uns weiter zu gehen und zu wachsen. Doch sollten wir nicht zu verbissen an ihnen festhalten und sie immer wieder mal hinterfragen, wenn wir mit einer Situation hadern.
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