WAYTOYOU- Blog Beitrag 24/ 13. Januar 2026
Das schwere Los des Dranbleibens
- und wie es leichter gelingt
Lesezeit ca. 5 Minuten
Der Januar beginnt für ganz viele mit guten Vorsätzen für das „neue“ Jahr. Einige sagen auch, sie hätten keine Vorsätze – haben sie aber dennoch. Sie sprechen nur nicht mehr darüber, da sie bereits öfter die Erfahrung gemacht haben, diese Vorsätze dann doch nicht durchzuhalten. Also ist es vielleicht besser, gar nicht erst davon zu sprechen, um später nicht schlecht dazustehen.
Fakt ist aber, die allermeisten verbinden mit dem 01.01. einen kleinen Neuanfang. Und wenn man schon neu anfängt, dann doch bitte ordentlich – strukturiert, gesund und sportlich oder auf jeden Fall disziplinierter.
Die Fitnessstudios sind voll, die neuen Laufschuhe stehen parat, vielleicht auch der Schrittzähler oder der Kalorientracker in der Handy-App.
Und die Motivation – der Gedanke, endlich etwas zu ändern – ist auch wirklich da.
Mo·ti·va·ti·on stammt vom lateinischen Wort „movere“ (bewegen). Sie ist der „Motor“, der uns in Bewegung setzt. Es entsteht ein Gefühl von Begeisterung, ein klares Ziel und hohe Energie. Aber warum geht dieser Motor meist schon nach so kurzer Zeit wieder aus? Wurde vielleicht mit dem falschen Treibstoff getankt?
Bereits nach zwei – spätestens nach vier Wochen sind die meisten Vorsätze über Bord geworfen und die alten Gewohnheiten haben sich wieder breitgemacht.
Betrachten wir die Sache einmal genauer. Was ist passiert?
Wir sind gut gestartet, doch der Alltag ist nicht immer planbar, die Energie nicht immer gleich hoch. Es gibt Tage, an denen man sich vielleicht nicht aufraffen kann. Es kommt zeitlich etwas dazwischen – vielleicht auch mal ein paar Tage nacheinander. Der Zauber des „Neuen“ schleicht sich leise davon, und es wird anstrengend, einen Grund zu finden, weiterzumachen.
Aber was ist aus dem Ziel geworden, das man sich gesetzt hat?
Erscheint es mittlerweile nicht mehr wichtig genug, um diese „Anstrengung“ auf sich zu nehmen?
Eine entscheidende Frage ist, wie habe ich mein Ziel eigentlich formuliert?
Ist es auf eine konkrete Handlung ausgerichtet – oder habe ich es mit mir selbst verbunden?
„Ich will fitter werden.“
„Ich will zwei- bis dreimal pro Woche Sport machen.“
Das sind klare Vorsätze. Und trotzdem bleiben sie oft im Außen.
Eine andere Ebene entsteht, wenn wir uns die Frage stellen- Wer will ich sein?
Nicht: „Ich will mehr Sport machen.“
Sondern: „Ich will ein sportlicher Mensch sein.“
Oder: „Ich bin ein Mensch, der sich bewegt.“
Nicht: „Ich will stressfreier werden.“
Sondern: „Ich gehe achtsamer mit mir um.“
In dem Moment verändert sich etwas.
Das Ziel ist nicht mehr nur eine Aufgabe, sondern Ausdruck einer Haltung. Etwas, das zu mir gehört – nicht etwas, das ich zusätzlich leisten muss.
Das ist ein entscheidender Unterschied. Denn wenn ich mich mit dem identifiziere, was ich sein möchte, wenn ich das spüre und diesen Weg verfolge, dann ist mein Wille, dranzubleiben, ein ganz anderer.
Da macht es auch nichts aus, wenn ich mal eine Woche nicht perfekt gemeistert habe. Es ist die Haltung, die ich einnehme – aus voller Überzeugung. Und es ist auch kein „Endziel“, das ich erreichen muss und das vielleicht enorm weit entfernt scheint, sondern der Weg, den ich gehe.
Wenn wir beginnen, uns mit dem zu verbinden, wer wir sein möchten, verändert sich der Blick auf den Weg. Es geht nicht mehr darum, etwas durchzuhalten, sondern darum, dieser inneren Haltung immer wieder Ausdruck zu verleihen – in ganz kleinen Schritten, jeden Tag.
Dranbleiben wird leichter, wenn es nicht mehr um Leistung geht, sondern um Beziehung. Die Beziehung zu sich selbst, zu den eigenen Werten, zum eigenen Tempo.
Was Vorsätze langfristig tragfähig macht, ist nicht mehr Motivation, sondern wenn das, was ich tue, selbstverständlich wird – zu einer neuen Routine.
Routinen entstehen nicht durch eiserne Disziplin.
Sie entstehen durch Wiederholung. Immer und immer wieder (in der Regel mindestens 6-8 Wochen). Und durch die Erlaubnis, klein anzufangen, nicht jeden Tag gleich viel leisten zu müssen, und durch die Erlaubnis, zurückzukehren, auch wenn man zwischendurch ausgestiegen ist.
Eine Routine wird oft erst dann stabil, wenn sie ihren Sonderstatus verliert. Wenn sie nichts Besonderes mehr sein muss, sondern ein selbstverständlicher Teil des Alltags wird. Es wird nicht mehr jeden Tag neu verhandelt – und das spart Energie. Irgendwann stellt sich nicht mehr die Frage "habe ich heute Lust?"
Sondern "wie passt es heute in meinen Tag?"
Und manchmal darf man sich auch die Erlaubnis geben, sich begleiten zu lassen. Nicht, weil man es alleine nicht schafft, sondern weil Wege leichter werden, wenn jemand den Blick hält, erinnert und ermutigt.
Und falls du bereits aufgehört hast mit Deinen Vorsätzen, ist heute vielleicht ein guter Tag sie umzuschreiben und wieder damit anzufangen zu der Person zu werden, die Du sein willst. 🤍